DigiLi

Literaturunterricht in inklusiven Lerngruppen in Kooperation erforschen und entwickeln

Wiebke Dannecker (PhilF) und Kerstin Ziemen (HumF) von der Universität zu Köln
Erstellt am 30.01.2023. Arbeitsbereiche: Digitalisierung und Inklusion, . Inklusion über die Lebensspanne, . Professionalisierung für Inklusion, .

Wie hilft dieses Projekt, Inklusion erfolgreich umzusetzen?

Das vom BMBF geförderte Projekt DigiLi geht aus interdisziplinärer Perspektive der Forschungsfrage nach, welche Lernchancen das Lernen mit digitalen Medien im Sinne kooperativer und flexibler Lernszenarien im inklusiven Literaturunterricht bietet. Dabei setzt sich das Projekt nicht nur zum Ziel, auf der Grundlage theoretischer Forschungsansätze und empirischer Daten aus dem Blickwinkel zweier Disziplinen ein Konzept für das digitale Lernen im inklusiven Literaturunterricht zu entwickeln, sondern verfolgt auch die Konzeption konkreter, digitaler und zugleich barrierefreier Lernarrangements sowie deren empirische Erprobung für den Literaturunterricht in heterogenen Lerngruppen.

Wie stellt dieses Projekt einen Praxisbezug her, bzw. ermöglicht die Partizipation von Anspruchsgruppen?

Maßgeblich ist für das DigiLi-Projekt, allen Schüler*innen Teilhabe, Kommunikation, einen Zugang zum und die Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand zu ermöglichen (vgl. Ziemen 2018, 158ff.). Auf diese Weise zielt die Forschungskooperation darauf, ausgehend von der fachlichen Dimension (vgl. Dannecker 2018, 2020) beispielhaft für den Doppeljahrgang 7/8 digitale Lernszenarien zu entwickeln und empirisch zu erproben, die sich an den Bedarfen, Lernvoraussetzungen, Interessen und Bedürfnisse der Schüler*innen im inklusiven Setting orientieren.

Wie stellt dieses Projekt einen Wissenschaftsbezug her, bzw. ermöglicht die Partizipation von Forschenden?

Dazu nutzt das Projekt mit dem Design-Based-Research einen innovativen Forschungsansatz, der zugleich als methodologisches Bindeglied zu einer anwendungsorientierten Entwicklungsarbeit fungiert und einen Konnex von Wissenschaft und Schulpraxis schafft (Dube & Prediger, 2017). Design Based Research setzt sich damit zum Ziel, die Unterrichtspraxis theoriebezogen und empiriegestützt weiterzuentwickeln (vgl. Prediger, Link u.a., 2012, S. 453) und zugleich eine „zunehmend ausdifferenzierte und empirisch abgesicherte lokale Theorie zu Verläufen, Hürden, Bedingungen und Wirkungsweisen des gegenstandsspezifischen Lehr-Lerngegenstands“ (Prediger, Link u.a., 2012, S. 458) zu entwickeln.

Literaturangaben

  • Dannecker, Wiebke (2020): Inklusiver Literaturunterricht jenseits von Disparitäten – empirische Erkenntnisse und didaktische Schlussfolgerungen für das filmästhetische Verstehen in heterogenen Lerngruppen. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.
  • Dannecker, Wiebke (2018): Zwischen Individualisierung und gemeinsamen Lernen: Konzeptionelle und empirische Perspektiven auf inklusiven Literaturunterricht. In: Individuelles und gemeinsames schulisches Lernen. Forschungsbeiträge zu einer strukturierten Unterrichtsgestaltung bei heterogenen Lernvoraussetzungen. Hrsg. v. Iris Kleinbub, Kathrin Müller u. Ulrike B. Müller. Weinheim: Beltz, 75-88.
  • Dube, Juliane u. Susanne Prediger (2017): Design-Research – Neue Forschungszugriffe für unterrichtsnahe Lernprozessforschung in der Deutschdidaktik. Siehe: www.leseforum.ch 1.
  • Prediger, Susanne; Link, Michael u. a. (2012): Lehr-/Lernprozesse initiieren und erforschen – Fachdidaktische Entwicklungsforschung im Dortmunder Modell. In: MNU 65(8), 452-457.
  • Ziemen, Kerstin (2018): Inklusion und Didaktik. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
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